500 Jahre Hochaltar im Dom zu Brandenburg

Der in feinster gotischer Bildschnitztechnik gefertigte Marienaltar auf dem Hohen Chor wird in diesem Jahr 500 Jahre alt. Das Dommuseum nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, um nach denunterschiedlichen Darstellungen der Maria – mal ist sie eine unnahbare Himmelskönigin, mal trauernde Mutter – zu fragen. Sie nimmt außerdem die Dimension der gesellschaftlichen Umbrüche und die damit einhergehende neue Raumauffassung um 1500 in den Fokus, die eine ganz andere Inszenierung der Figuren im Raum zur Folge hatte. So zeigt der Raum „Mensch und Räumlichkeit“ unterschiedliche Beispiele für architektonische Darstellungen, die perspektivisch nicht korrekt wiedergegeben sind, sodass die Figuren in diesen Bildräumen keinen Halt zu finden scheinen. Zur Veranschaulichung lädt das Museum die Besucherinnen und Besucher ein, an einem zentralen „Versuchsaufbau“ - wie er in einem Holzschnitt von Dürer zu sehen ist - selbst eine räumliche Darstellung von Objekten auszuführen.

Die Ausstellung eröffnet mithin neue Sichtweisen auf dieses bedeutende Kunstwerk. Der Raum „Stoff ein Gold und Öl“ ist der Inszenierung luxuriöser Stoffe gewidmet und der Raum „Holzschnitzer und Stahlträger“ zeigt Stationen der jüngeren Geschichte des Altars: In Erwartung alliierter Luftangriffe und auf Erlass des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, hat man das Retabel wie auch andere Kunstgüter mit aufwendigen Umbauten aus Holz, Stein und Stahl geschützt. Die Bomben konnten den Altären nichts anhaben, dafür aber Schimmelpilze, wie man nach dem Krieg feststellen musste.Ein umfangreiches Programm aus Konzerten, Sonderführungen, Kinderveranstaltungen und einer eigenen Predigtreihe begleitet diese Jubiläumsausstellung.

Neben zahlreichen Gästen, die sich zur Eröffnung am 3. Mai angemeldet haben, dürfen wir Bischof Dr. Markus Dröge, die Ministerin des Landes Brandenburg für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Frau Dr. Martina Münch, sowie den Oberbürgermeister der Stadt Brandenburg an der Havel, Herrn Steffen Scheller, bei uns begrüßen. Die Vernissage beginnt um 19 Uhr auf dem Hohen Chor mit den Grußworten des Bischofs und der Ministerin. Im Anschluss führt uns Museumsleiter Dr. Rüdiger von Schnurbein durch die Sonderausstellung.

Die Ausstellung ist vom 4. Mai bis einschließlich 31. Oktober zu sehen:

Montag bis Samstag von 10:00 bis 17:00 Uhr ⋅ Sonntag von 12:00 bis 17:00 Uhr ⋅ Der Eintritt ist kostenlos, wir freuen uns über eine Spende.

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