Kirche im Radio

Kopftuch, Kreuz & Kippa…

… sorgen immer wieder für erhitzte Gemüter:

Dürfen Lehrerinnen im Unterricht Kopftuch tragen – ja oder nein? Ist es gefährlich, in Berlin auf der Straße Kippa zu tragen? Seit 1. Juni muss in jeder bayrischen Behörde ein christliches Kreuz hängen – Anlass zu Empörung: Laut Emnid-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ sind 64 % aller Befragten gegen eine solche Kreuzpflicht. Warum käme aber wohl kaum einer im Wanderurlaub in Bayern auf die Idee, Gipfelkreuze abschaffen zu wollen? Warum beeindrucken im Heiligen Land Kippaträger an der Klagemauer und stößt sich kein Mensch an Kopftuchträgerinnen in der Jerusalemer Altstadt? Glaube und Religion gehören mitten ins Leben – spürbar, sichtbar, hörbar. Unser Verständnis füreinander will täglich geübt sein. Darum laden wir in den Sommermonaten ein, mit unserer Apropos-Reihe ins Heilige Land zu reisen – dorthin, wo alle drei Religionen ein Zuhause haben – so wie hier bei uns in Berlin und Brandenburg.

Einen friedlichen, erholsamen Sommer wünscht

Barbara Manterfeld-Wormit

Evangelischer Rundfunkdienst

Das gesamte Programm als Download

Tipp für den 29. Juli: Arm im Urlaubsparadies

Die Kehrseite des Massentourismus auf den Kanaren

Von Lukas Grasberger

Die kanarischen Inseln sind nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel, sie zählen auch zu den ärmsten Regionen Europas. Im Schatten der Hoteltürme von Maspalomas kümmert sich die Caritas um Arbeitslose und Gestrandete – unter ihnen auch etliche Deutsche. Das touristische Modell von „Strand und Sonne“ bringt wegen prekärer Jobs nur wenigen Wohlstand, die Masse der Menschen bleibt arm. Die Experten plädieren daher für Diversifizierung: Die von Sonne und Wind verwöhnten Inseln im Atlantik könnten zu einem europäischen Zentrum der erneuerbaren Energien – und, dank des milden Klimas, zu einer Modellregion für ökologischen Landbau werden. Erste Ansätze gibt es schon: Den Wert ihrer Heimaterde, die bislang vor allem Spekulationsobjekt für Touristensiedlungen war, lernen Arbeitslose auf einer kirchlich geförderten Bio-Finca unweit der Hauptstadt Las Palmas wieder neu zu schätzen.

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