Wachet und betet... Markus 14,38

Liebe Schwestern und Brüder,
wir sind aufgefordert unsere sozialen Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Das fällt uns Menschen, die wir doch soziale Wesen sind, ungeheuer schwer. Als Christen sollen wir nun auch unsere Gottesdienste einstellen und das, wo doch unsere Idee von Kirche ganz stark auf der Idee der Koinonia, der Gemeinschaft, beruht.

Es ist eine ganz besondere Passions- und Fastenzeit, die nun vor uns liegt. Sollten wir bis vor kurzem nur Pessimismus fasten, so sind es nun auch Gemeinschaft und Gottesdienst auf die wir verzichten sollen. Da fällt das mit der Zuversicht noch schwerer als vorher.

Gottesdienst und Gemeinschaft, wie wir sind sie kennen, sind grade nicht dran. Aber wir sollen auch nicht aufhören zu wachen und zu beten.
So möchte ich anregen, dass wir das häusliche Gebet wieder stärken.

In vielen Kirchen unserer Gemeinden erschallen die Glocken mehrfach am Tage. Lasst uns das Läuten nutzen, innezuhalten, ein Vaterunser zu sprechen, für unsere Gemeinden, unser Land zu beten.
Auch sonntags könnten um 10.00 Uhr die Glocken zum Gebet läuten. Und die Gemeinde wird per Presse, im Internet aufgefordert in ihren Häusern mitzubeten.

Wir wollen als Kirchen die staatlichen Maßnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung von Covid-19 unterstützen – aber wir wollen auch hörbar bleiben! Glockenläuten und Einladung zum Gebet, das können wir grad tun, vieles andere sollen und müssen wir jetzt lassen. Das mag eine neue Erfahrung sein, aber es ist das Gebot der Stunde.
Wie gut, dass Gott uns nicht einen Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit gegeben hat!

Bleiben Sie behütet
Ihr Superintendent S.-Thomas Wisch

Anregungen zu solchen Gottesdiensten

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