Kreiskirchentag 2016

„Mut tut gut“ – unter diesem Motto stand der 2. Kirchentag unseres Kirchenkreises. Superintendent Thomas Wisch begrüßte fröhlich die vielen Gottesdienstbesucher, die die Lehniner Klosterkirche bis auf den letzten Platz gefüllt hatten. In seiner Predigt ermutigte Propst Dr. Christian Stäblein die Menschen, sich von dem lebendigen Gott senden zu lassen. In eine Welt, die IHN nicht unbedingt will. Er forderte die Menschen auf, mit dem Propheten Jesaja zu sagen: „Hier bin ich! Sende mich!“ Diese Sendung zeigt sich in der Liebe zu Gott, sich selbst, den Mitmenschen und den Feinden. Erstmalig wurde die frohe Botschaft auf einem Kreiskirchentag auf Farsi (der Sprache der Iraner und Afghanen) verlesen. Ja, da wurde etwas spürbar, von der universalen Gemeinschaft der Christen. Musikalisch wurde der Gottesdienst vom neuen Kreiskantor Gerhard Oppelt und Bläsern des Kirchenkreises unter der Leitung von Kreisposaunenwart Mario Schütt gestaltet.

Nach dem Gottesdienst zeigten Schülerinnen und Schüler des Orgelkurses des kirchenmusikalischen Ausbildungszentrums Brandenburg bei einer kleinen Matinee, die vom Leiter des Brandenburger Orgelkurses, Domorganist Marcell Fladerer-Armbrecht, moderiert wurde, ihr Können. Frau KMD Dr. Britta Martini, Studienleiterin für kirchenmusikalische Aus- und Fortbildung in der EKBO, berichtet: „Das Kurswochenende schloß mit einer kleinen Matinée in der Klosterkirche Lehnin, in der acht der insgesamt elf Teilnehmenden zeigten, was sie an bisher drei Kurswochenenden auf der Orgel zu spielen gelernt haben. Auf dem Programm standen der liturgische Gesang und leichte Orgelstücke, die sich zum Ein- und Ausgang und zur Begleitung der Abendmahlsfeier im Gottesdienst eignen.“ (gekürzt) Was für die jungen Organisten eine kleine Mutprobe war, wurde für viele Gemeindeglieder unseres Kirchenkreises ein ermutigendes Erlebnis, verbunden mit der Hoffnung, den Nachwuchs auch einmal in ihrem Gottesdienst an der Orgel begrüßen zu dürfen.

Dann begann der bunte Nachmittag auf dem Klostergelände. Für das leibliche Wohl war hervorragend gesorgt. Unter dem großen Zelt konnte man nicht nur miteinander speisen sondern auch das strahlend schöne Wetter genießen, Bekanntschaften auffrischen oder Menschen aus anderen Gemeinden kennenlernen und hatte einen guten Blick auf die „Mutmachprojekte“, mit denen sich Gemeinden des Kirchenkreises aber auch die Arbeit mit Lektoren, die Klinik- und die Notfallseelsorge, die Brandenburger Domschulen oder die Männerarbeit unserer Landeskirche präsentiert haben. Hier wurden u.a. eine Deutschstunde für Geflüchtete gezeigt und ein musikalisches Mitmachprojekt vorgestellt, man konnte den Brunnen der Gemeinschaft bewundern, sich über eine gelungene Kirchendachsanierung der St. Gotthardtkirche in Brandenburg freuen, Kino im Auto erleben oder mit iranischen Flüchtlingen ins Gespräch kommen, die über den Weg ihrer Flucht einen Film gedreht und gezeigt haben.

Bei der „Olympiade der Regionen“ - es gibt vier in unserem Kirchenkreis - konnte jeder seinen Mut testen und persönliche Grenzen überwinden und das Motto „Mach mit - hab Mut!“ ganz wörtlich in die Tat umsetzen und seine Hände in Kartons mit geheimnisvollem Inhalt stecken, an Bechern mit unbekanntem Inhalt riechen oder in einen schwarzen Kasten schauen, seine Geschicklichkeit einzeln oder in der Gruppe erproben und Kirchen des Kirchenkreises erkennen oder - für ganz Mutige - auf Bäume klettern.

Mit dem Konzert „Unerhörte Schätze unbekannter Meister“ fand das fröhliche Beisammensein seinen Abschluss. Die Zuhörer wurden noch einmal an das Motto des Kreiskirchentages erinnert, als Kantor Winfried Kuntz den Mut hatte, den Gesang des Kirchenkreisprojektchores zu unterbrechen und noch einmal zu beginnen. Nicht schlimm, denn „Mut tut gut“.