Gedenkgottesdienst für die Opfer des Terroranschlags

Vier Wochen nach dem schrecklichen Ereignis hatten die Kirchgemeinde St. Katharinen Brandenburg und der Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg zu einem Gedenkgottesdienst für die Opfer des Terroranschlags auf dem Berliner Weihnachtsmarkt in die St. Katharinenkirche zu Brandenburg an der Havel eingeladen: einer der zu Tode gekommenen Opfer stammte aus einer Gemeinde im Kirchenkreis und war in Brandenburg beschäftigt. Familie, Freunde, Berufs- und Vereinskollegen, sowie Gemeindeglieder konnten zusammenkommen, um miteinander zu trauern und das gemeinsame Leben mit ihm zu würdigen.
Der Gottesdienst sollte ein Zeichen sein, dass niemand nach einem solchen Ereignis einfach zur Tagesordnung übergehen kann: „Nichts ist mehr so, wie es war“, sagte Carmen Bahlo vom Betriebsrat der ZF in ihrer einfühlsamen Würdigung des verstorbenen Mitarbeiters und Kollegen.
Trauer braucht ihren Raum - Raum für Tränen und Schmerz, Raum für Verzweiflung und Raum für bohrende und drängende Fragen: Pfarrer Jens Meiburg fasste in seiner Begrüßung den Schrecken, den der Terroranschlag für das Leben der Betroffenen, ihrer Angehörigen, Kollegen  und Freunde bedeutet, in Worte. Er entzündete  dreizehn Kerzen: eine Kerze für jeden Verstorbenen und eine weitere Kerze für alle Verletzten. Auch wenn für uns alles dunkel ist, scheint uns durch Jesus Christus ein Licht.
Superintendent Wisch predigte über 1. Korinther 13, 12: „Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin“: unsere Trauer und unsere Betroffenheit sind groß. Es erscheint uns vieles dunkel. Die Zeit heilt nicht alle Wunden. Als Angehörige sind wir von diesem Verlust gezeichnet und werden wahrscheinlich diese Wunde bis zu unserem Tod nicht schließen können. Und dennoch können wir wie durch einen Spiegel auf eine Zukunft sehen: durch Jesus Christus haben wir eine Hoffnung, die über unseren persönlichen Tod hinausreicht. Im Licht dieser Hoffnung können wir leben, sterben und auferstehen.
Am Gedenkgottesdienst nahmen auf Bischof Dr. Markus Dröge, Ministerpräsident Dietmar Woidke und Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann teil.
(Adelheid Vitenius)