Brück

Kirchengemeinden: Brück St. Lambertus, Brück-Rottstock, Rottstock, Gömnigk, Trebitz, Neuendorf

Titanen on Tour

  • Rede der Bürgermeisterin
  • Empfang in Litauen / Plentz bricht Brot

Ein Erlebnisbericht zur Halbzeit (1200 km)  der „Titanen on Tour“

5. September um 14:00 im Gemeinderaum der Kirchengemeinde Brück. Ca. 50 Zuhörer haben sich versammelt, um dem ersten Live-Bericht vom Titanen-Treck zu lauschen. Jeder der Anwesenden ist gespannt: Das wird sicher interessant, alles frisch aus erster Hand zu hören.
Die Meinungen im Ort zu diesem Unternehmen sind ja geteilt — wie wird es damit nach diesem Bericht aussehen?

Bilder, ein Kurzfilm und der emotional und die mit Emotionen und Begeisterung vorgetragenen Geschichten würzen dann den Nachmittag aufs Beste.

Für die, die es nicht gelesen haben:
Der Start dieser Plantagenreise mit Kaltblutpferden war am 18. Juli 2018 vor dem Brücker Rathaus. Reiseziel: Weliki Nowgorod — 2300 km nach Osten, immer entlang dem so genannten Hellweg, der historischen Handelsstraße.
Offizielle Worte des Abschied und der Segen von Pfarrer Helmut Kautz geleiten den Tross auf die ersten Kilometer.

Der Leitgedanke: „Menschen lieben Pferde, sie brauchen Brot und Salz, und alle wünschen Frieden.“

Diese Botschaft soll unterwegs bis in den kleinsten Ort weiter gegeben werden. Allen Menschen, die ihnen auf der Tour begegnen, soll dieser Gedanke weitervermittelt werden.
Frieden verkündet das gesamte Unternehmen und
Frieden vermittelt die Glocke durch Ihr Läuten an jedem Ort, wo der der Treck sein Nachtlager aufschlägt.
Frieden vermitteln auch die kleinen Glöckchen, die dort zusammen mit dem Brot verschenkt werden.

Auf den Glocken ist die Friedenstaube abgebildet, ursprünglich das Symbol der Vergebung Gottes. Am unteren Glockenrand steht das Wort „Friede“ in allen Sprachen der durchfahrenen Länder.

Begeistert erzählt Herr Kautz von interessanten privaten Begegnungen, z.B. von einer Babuschka, die das Kommen des Drecks als lang ersehnte Wiedergutmachung von schlimmen Kriegserlebnissen ansah, weil ihre Kinder und Enkel auf dem Wagen mitfahren und sie besuchen konnten.

Er berichtet von Anrührendem unterwegs: Jemand fühlt sich plötzlich zum Glauben hingezogen, weil sich ihm nach einem Gebet wie durch ein Wunder Wege ebneten.

Interessant war es auch, von Pannen auf dem Weg zu hören: So mussten z.B. durch besondere Umstände vom Brandenburger Tor aus alle Kutschen einzeln im Viertelstundentakt durch die große Stadt fahren und fanden sich erst am Treffpunkt Hoppegarten wieder zusammen.

Spannend war es auch, von den vielen, vielen hilfreichen und liebevollen Begegnungen zu hören, von der Versorgung mit Verpflegung und Schlafplätzen für die Reisenden. Auch die Bereitstellung von Koppeln und Wasser für die Pferde (an heißen Tagen wurden 100 Liter pro Pferd benötigt) sind keine Kleinigkeit. Auch Streicheleinheiten für dieselben waren inbegriffen.

Fazit: Auf der Reise gab es bisher für alle Arbeit, Arbeit, Arbeit und auch manch kleinere Wunder sowie massenhaft gute Ideen bei unvorhergesehenen Schwierigkeiten. Und je länger die Reise dauert, desto mehr „menschelt“ es. Jedoch der Wille und die Freude am Unternehmen bleiben ungebrochen. „Wir haben eine Aufgabe — und nun erst recht.“

Ja, und noch etwas:

Wussten Sie schon, dass

  • die Idee „Weliki Nowgorod“ auf der Reise der Titanen von Brügge nach Brück geboren wurde?
  • jeder Tag der Tour 1.000 Euro kostet? Mal 80 Tage eine hübsche Summe!
  • Hengste, Stuten und Mulis nicht gemeinsam gefüttert und getränkt werden können und auch getrennt schlafen müssen?
  • die Kutscher bei ihren Tieren auf der Koppel schlafen?
  • Männer schlecht Koffer packen oder für viele Menschen kochen können?
  • empfunden wird, dass diese Reise ohne die Friedensglocken keinen wirklichen Sinn gemacht hätte?
  • Zuwendungen unterwegs durch die Bevölkerung in Deutschland in Geld, im Ausland eher aus Sachgütern wie Essen, Trinken und aus praktischer Hilfe für Mensch und Tier bestanden?
  • am Ende des Tages immer zuerst die Pferde versorgt werden: Koppelbau, Tränken, Füttern, neu Beschlagen usw.?
  • die Pferdeführer auch zwischendurch die Pferde ausspannen, füttern usw., damit sich der Herzschlag normalisiert?
  • jeden Abend der nächste Tag geplant werden muss mit allen nötigen Fragen zu wann, was, wo und wer?
  • die Mannschaft alle 10 Tage wechselt und dass alles immer neu ge- und erklärt werden muss und das Suchen und das Durcheinander immer neu beginnt?
  • jeder für seinen Napf, sein Besteck und seinen Schlafsack sorgen muss?
  • täglich gute Ideen gebraucht werden?
  • auch die „Gäste“, die 50 Euro pro Tag zahlen, ihren Fähigkeiten entsprechend mitarbeiten müssen?
  • einige junge Damen aus Brück die „Titanen on Tour“ in Riga mit einem Willkommensschild begrüßten?
  • sich die Holzräder ohne Eisenreifen, Beschläge u.ä. nicht für eine solche Mammutreise eignen und immer wieder nachgebessert werden muss?
  • immer ein Tierarzt und ein Seelsorger die Fahrt begleitet?

Zum Schluss:

Diese Erlebnisse und noch viel mehr erzählte Pfarrer Kautz in seinem Vortrag bunt gemixt.

In der Bibel steht: „Jeder Tag hat seine eigene Plage.“ Und Pfarrer Kautz ergänzte: „Und es ist ein Segen Gottes, sie nicht vorher zu kennen.“

Davon können die Brücker Teilnehmen des Titanen-Trecks jetzt ein Lied singen. Dennoch sind alle stolz, dabei sein zu dürfen, Teil zu haben an diesem Erlebnis der besonderen Art. Teil zu haben an diesem Abenteuer und Mitstreiter zu sein beim Verkünden der Friedensbotschaft aus Brück."

Monika Stechbart

Titanen on Tour

Noch 1000 km bis Weliki Nowegorod!

Am 4.9.18 erreichen wir Riga! Dann sind wir 1340 km gefahren durch 4 Länder mit 3 Währungen (Euro, Rubel, Zloty).
2 Wagenräder mußten am Glockenwagen gewechselt werden. Ungezählte Herausforderungen liegen hinter Mensch und Pferden. Ein paar Eindrücke möchte ich hier schildern:

Friedlich trappeln die Hufe der starken Pferde. Die Kutscher unterhalten sich über die richtige schonende Anspannung. Die lettische Landschaft zieht langsam vorbei. Alte Eichen nicken weise mit ihren Zweigen. Wenn sie erzählen könnten, was alles vorfiel. Wer schon alles an ihnen vorbeizog.
Vielleicht haben sie den Onkel Fritz Karl Albert Gericke von Klaus Gericke gesehen. Der Brücker Bauingenieur ist extra mitgefahren, um endlich das Kriegsgrab seines Onkels hier in der Nähe zu sehen. Die Kriegsgräberfürsorge hat ihm ein Foto von dem Grab mitgegeben. Der Friedenstreck der Titanen wird für ihn zum „Treck der Emotionen“. Es war ihm ein inneres Bedürfnis, als Pferdepilgerer hierher zu ziehen. Das Dokument mit dem Grabplan zeigt er Prof. Guntis Rozitis aus Latvija. Der Pferdespezialist ist dem Treck entgegengefahren, um mit eigenen Augen zu sehen, dass es stimmt: ein deutscher Pferdetreck auf Friedensmission. Bewegt erzählt er Klaus, dass sein Vater auf der deutschen Seite mitgekämpft hat und der Onkel mütterlicherseits auf der sowjetischen Seite. „Das ist Vergangenheit!“ sagte er mit einem Seufzer. Wir Europäer schauten uns schweigend an. Laut wiehert ein Pferd. Da wird die Friedensglocke angeschlagen und ruft zum Aufbruch! Es ist ein heiliger Moment. Ein Versprechen ohne Worte: wir wollen dem Frieden nachjagen mit jedermann. Bäckermeister Plentz schenkt außer Plan Prof. Guntis ein Friedensbrot mit dem Christussymbol. Er ist noch ganz erfüllt von einer Begegnung ein paar Tage vorher in Litauen:
Mit der gastgebenden Familie wurde eine Dankeschönfahrt durchgeführt. Die Erwachsenen und Kinder fuhren mit dem Kremser mit und führten die Fuhrleute zur 90jährigen Uroma. Als sie die deutschen Männer und Pferde in ihrem Sonntagskleid begrüßte, kamen ihr die Tränen. „Endlich kommt ihr! Wenn das mein Mann noch erlebt hätte“ sagte sie. Die Gäste hielten den Atem an, als sie erzählte, dass im Krieg ein deutscher Panzer ihr Haus platt gemacht hat. „Und jetzt kommt ihr in Frieden und bringt meine Enkel mit!“ Dankbarkeit erfüllte die Reisegesellschaft, so etwas erleben zu können.
Bei Dietmar Plentz brachte das Erlebnis eine empfindliche Saite seines Lebens in Schwingung. Plötzlich erinnerte er sich an die Erzählung seiner Mutter. Als junges Mädchen wurde sie 1945 von Sowjetsoldaten bedrängt. Der Bäckermeister sah vor sich den Sohn der alten Frau mit dem zerstörten Haus. Welchen Hass mußte er vielleicht empfunden haben gegenüber den deutschen Männern und Frauen! Seine Mutter rief damals in ihrer Not ein lautes Gebet: „Herr Jesus Christus hilf mir!" Das Gebet wurde erhört! Ein Offizier der Sowjetarmee rettete sie im letzten Moment vor dem Schlimmsten und bewahrte sie vor der Vergewaltigung. Ihr ganzes Leben sollte dieses Erlebnis sie prägen. Und auch den Sohn Dietmar bewegte diese Erfahrung. Er setzte sich in Bewegung mit dem Titanentreck. Er liefert das Friedensbrot, gebacken an dem Ort, wo höchster Unfriede und Friede erlebt wurde. Transportiert wird es samt den kleinen Friedensglocken mit dem Planwagentreck, der friedlich aber bewegend durch die Lande zieht.
Die Wagen sind beladen mit Menschen, die ihren eigenen Rucksack mit Geschichten, Emotionen, Hoffnungen, Ängsten und Sicherheiten haben. Der Anblick des Trecks begeistert immer wieder die Menschen am Weg, wenn die Wagen vorbeirollen. Viel wird auf den Gefährten und am Weg erzählt und mitgeteilt. Manchmal schweigen die Kutscher und bedanken sich stumm bei ihren wunderbaren Pferden - sie sind völlig frei von Vergangenheit und Zukunft.

Sie leben einfach in der Gegenwart und gehen den Weg!

Titanen on Tour

  • Erinnerungsfoto mit Grenzern
  • An der russischen Grenze

Ein Reisebricht von Viola Köhler

Am 16.08.2018 verließen wir schon im Morgengrauen das Gestüt Liski, um pünktlich an der polnisch-russischen Grenze zu sein. Schon an der polnischen Grenze wurden wir ruhig und zuvorkommend angefertigt. Die Pferde standen brav in einer Reihe.
Auf der russischen Seite ist dann das in meinen Augen historische Foto entstanden:
Es zeigt mich zusammen mit 4 russische Zöllnern vor unserem Bäckerwagen. In dieser Kutsche wird das Friedensbrot transportiert.

Nachdem  mit Hilfe eines Zöllnern alle Dokumente ausgefüllt waren, durften wir die Grenze passieren. Ungeduldig wurden wir schon von einer kleinen Menschengruppe,der Presse und dem russischen Fernsehen empfangen. Ich wurde gebeten,"Guten Tag Russland!"in die Kamera zu sagen. Das habe ich dann auch fröhlich auf Deutsch und auf Russisch gerufen.
Die Menschen, denen wir am ersten Tag begegneten, schauten uns an wie Ausserirdische.
Aber schon am nächsten Morgen kam ein Bericht über unsere Mission im Fernsehen. Von nun an war die Reaktion der Menschen überwältigend!
Die Zustimmung und Anerkennung für unser Tun beschränkte sich nicht nur auf das freundliche Winken.
Man verbeugte sich, zeigte Daumen hoch, schmiss Handküsse, zeigte angedeutete Händedruck und rief uns Worte der Begeisterung zu. Abends wurden wir überall herzlich willkommen geheißen.
Bei einem Ausflug nach Tarau erzähle uns die Museumsleiterin die Geschichte von Ännchen von Tarau und von den belgischen Kaltblütern.

Am interessantesten für mich war ihre eigene Geschichte:
Sie zeigte uns auf alten Fotos ihre Großeltern, Onkel und Tanten. Die Familie vereinte Litauer,Letten,Deutsche und Weißrussen...
" Alle Menschen lebten hier friedlich vereint. Die Menschen wollten keinen Krieg! Und so ist das auch heute. "
Das waren ihre Worte.

Der Höhepunkt im Oblaten Kaliningrad war unser Empfang vor dem Dom...
Wir wurden empfangen wie Berühmtheiten. Ich habe erwachsene Menschen und auch  Kinder weinen sehen vor Freude. Das war sehr bewegend!
Dann ermöglichte man uns das Orgelkonzert im Dom zu besuchen. Ich will hier nicht verschweigen, dass meine Tränen flossen.
Draußen die begeisterten Menschen.. -Im Dom die gewaltigen Klänge, die ein berühmter Organist der größten Orgel entlockt...
Das kehrt das Innerste nach außen.

Am nächsten Tag gab es eine Führung durch Kaliningrad.
Die Worte unserer Reiseführern Irina, deren Tochter in Potsdam lebt, werde ich nie vergessen: "Überall wächst eine neue Generation heran. Schöne Kinderchen, die keinen Krieg mehr wollen!"
Eines von diesen schönen Kinderchen ist der 9 jährige Ruslan,den ich in Polessk beim Empfang getroffen habe.
Er kam an unsere Kutsche und fragte, ob ich etwas russisch verstehen würde. Als ich das bejahte,hielt er mir eine kleine Rede.
Er betonte, wie sehr er sich freue,dass wir mit den Pferden zu ihnen gekommen sind, und dass er uns Glück und Gesundheit für die weitere Reise wünscht.
Als wir den Platz verließen,um zum Nachtquartier der Pferde zu fahren, sprang er flink auf unseren Bäckerwagen.
Freudig rief er seinen Schulkameraden zu: "Wir sehen uns in Weliki Novgorod!"
Ich radebrechte mit ihm auf Russisch, und er erklärte mir seine Stadt. Geduldig umschrieb er die Worte, die ich nicht verstand und war sichtlich stolz darauf, mir zu helfen, meinen Vokabelschatz zu erweitern. Bei der Ankunft war ich dann umringt von Kindern! Aufgeregt stellten sie  tausend Fragen zu den Pferden. Und trotz lückenhafter Sprachkenntnisse, konnten wir uns bestens verständigen!
Rußland war inzwischen nach Hause gelaufen, um ein Stück Konfekt als Geschenk für mich zu holen...
Und dann war da noch Nastja. Eifrig und umsichtig half sie mir bei der Versorgung der Pferde und versicherte mir, dass sie Pferde über alles liebt.
Dann fragte sie mich, ob ich sie kennen würde. Wie sollte ich sie nicht kennen?
Schon mehrfach stand sie mit ihrem Auto am Straßenrand, hat uns zugewunken und uns fotografiert. Nicht nur an ihren tätowieren Arm, sondern vor allem an ihr stahlendes Lächeln habe ich mich erinnert.
Am nächsten Tag, nach der Abfahrt, rief mir jemand aus einem Fenster zu: "Gute Reise, Viola?" Alles Gute für Dich, Nastja!" rief ich auf Russisch zurück. Und ihr strahlendes Lächeln war meine Antwort.
Als wir in Deutschland mit unserer Mission starteten, hätte ich nie geglaubt, so viele zustimmend Reaktionen von den Menschen auf dem Weg zu erhalten.
Mit Pferden Frieden bringen. Eine "kleine" Aktion, fernab der großen Politik..
Das wurde möglich durch eine Handvoll Enthusiasten mit Thomas Haselhoff an der Spitze. Durch die Spenden der friedliebenden Menschen in Deutschland, durch Sachspenden in Form von Quartier und Unterkunft in unseren Gastgeberländern,und vor allem durch unsere großartigen Pferde: unsere Titanen!

Die Lebensfreude, die unsere Aktion bei den Menschen, denen wir begegnen auslöst,das ist ein Zeichen des Friedens. Daran glaube ich ehrlich und wahrhaftig. .

..und die Millionen Menschen am Wegesrand geben mir recht!

Titanen on Tour - Impressionen

  • Begrüßung in Kaliningrad
  • Die Hufe der Titanen im russischen Fernsehen
  • Manfred Haseloff gibt dem russischen Fernsehen ein Interview - gedolmetscht von Gerhard Thiele
  • Merry mit russischen Freunden
  • Nonnenkloster St Elisabeth in Priozerye 23.8.18
  • Ordnungskräfte helfen wo sie können
  • Begrüßung in Lettland
  • Dietmar Plentz mit der alten Frau
  • Ehepaar Rensch, Prof Rozitis (mitte) mit Brot Plentz und Pfr. Kautz
  • Mensch und Pferd schaffen es gemeinsam

Gottesdienste

Bitte entnehmen Sie die aktuellen Gottesdienste dem Gemeindebrief (siehe rechte Spalte). 

Veranstaltungen

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