Ev. Kirchengemeinde Wiesenburg/Mark

Kirchengemeinden: Wiesenburg, Jeserig bei Wiesenburg, Schlamau/Schmerwitz, Retz, Medewitz, Reppinichen

Bilder aus der Gemeinde

- Strohsterne - Andacht von Pfarrer Dr. Stephan Schönfeld

In unserer Weihnachtskiste haben sie eine extra kleine Schachtel: die Strohsterne. Sie gehören jedes Jahr zum Schmuck des Weihnachtsbaumes, wobei ein besonders großer seine Spitze zierte.
Sterne gehören zur Advents- und Weihnachtszeit. In der Weihnachtsgeschichte spielen sie ja auch eine entscheidende Rolle: Ein besonders heller führt die Weisen aus dem Morgenland zum Kind in der Krippe.

Wenn wir uns einmal, jetzt besonders in der dunklen Jahreszeit, in einem Gebiet ohne „Lichtverschmutzung“ die Zeit nehmen, auf den Sternenhimmel zu schauen, kommen wir ins Staunen. Vielleicht können Sie ein paar Sternbilder erkennen, den kleinen und großen Wagen sicher. Seit Jahrtausenden herrscht am Sternhimmel die Ordnung und Zuverlässigkeit, die wir uns auf der Erde gern wünschen. Die Seefahrer waren Jahrhunderte auf die Sterne angewiesen, da sie sonst auf dem Meer nicht gewusst hätten, wo sie sind.
Jeder Stern ist für sich eine Sonne. Und von unserer Sonne wissen wir, dass sie für die Erde Helligkeit, Wärme und Leben spendet. Ein Stern ist mächtiger. Die Planeten umkreisen die Sterne und nicht umgekehrt.

Seit alten Zeiten vergleicht man den Retter mit einem Stern: „Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen…“
Ganz anders das Stroh. Es hat etwas Gebrochenes. Ein Halm, der seine besten Zeiten beim Getreide schon gesehen hat. Jetzt wird es zuunterst gelegt, mit Füßen getreten im Stall.
Stroh ist das Gegenteil von Glanz und Reichtum. Im Märchen wird Stroh zu Gold gesponnen, das heißt, vom Wertlosesten zum Wertvollsten. Gold steht für Herrschen, Stroh für Dienen, sei es im Stall oder auf dem Dach. Denn Stroh bewahrt, im Gegensatz zu Gold, Wärme.
Und aus solchen Stroh machen wir in der Adventszeit Sterne und hängen sie zum Christfest an unsere Weihnachtsbäume. Der Stern wird Stroh und das Stroh zum Stern.
Bei seiner Geburt wird Jesus in ebensolches Stroh gelegt. Sohn Gottes, hell wie ein Stern, und doch ein gewöhnlicher Mensch, in seinem weiteren Leben geknickt, gebrochen, mit Füßen getreten, gekreuzigt. Er wird nicht wie ein Stern weit weg sein, sondern nah bei den Menschen, wie Stroh wird er anderen Wärme geben und ihnen dienen. Jesus so in unserer Mitte tut der Welt gut.
Wie die Strohsterne entstanden, erzählt eine alte Geschichte so:
Die Nacht war bitterkalt, und die Hirten saßen eng bei-einander am Feuer. Keiner sagte ein Wort, aber auf ihren Gesichtern konnte man lesen, wie sehr sie die Begegnung mit Jesus, dem kindlichen König in der Krippe, berührt hatte. Seine Geburt in dem ärmlichen Stall war etwas so Großes für sie, dass ihnen alle Worte fehlten. Nachdem sie lange so dagesessen hatten, brach der Älteste von ihnen das Schweigen: „Wisst ihr, ich habe schon oft in solch einer kalten Nacht gewacht und den Sternen zugesehen. Mitten in der Finsternis sind sie wie kleine Fenster; durch die das geheimnisvolle Licht des Himmels leuchtet. Ich glaube, der kindliche König ist auch so wie ein Stern. Nur ist er anders, viel wirklicher und tausendmal heller - er ist das Licht selber.“ Nach diesen Worten schwiegen sie wieder; bis sie auf den Jüngsten in ihrem Kreis aufmerksam wurden. Ganz versunken nestelte der mit seinen Fingern an einem Strohhalm herum. „Was machst du denn da?“
„Ich habe mir die Halme als Erinnerung aus dem Stall mit-genommen“, erklärte der Kleine. „Als wir vorhin an der Krippe waren und die vornehmen Leute aus dem Osten mit Geschenken kamen, wollte auch ich dem kindlichen König etwas schenken. Allein, wir Hirten sind so arm! Als Großvater aber eben von den Sternen erzählte, habe ich begonnen, aus diesen Halmen einen Stern zu flechten, und den will ich Jesus schenken.“

Die Hirten fanden dies eine sehr schöne Idee und begleiteten ihren jüngsten Sprössling am kommenden Abend zum Stall. Als sie dort ankamen, war aber niemand mehr da. Darüber wurden sie sehr traurig, bis ihre Trauer von einer geheimnisvollen Macht verwandelt wurde. Mit viel Liebe begannen die Hirten, aus dem Stroh der Krippe Sterne zu flechten.
Noch in derselben Nacht gingen sie los und verschenkten ihre Strohsterne an die Menschen in Bethlehem. „Im Dunkel scheint ein neues Licht. Gott liebt die Menschen“, erklärten sie ihre Geschenke. „Er hat seinen Sohn auf die Erde gesandt - ab heute gilt ein neues Gesetz: Liebe soll herrschen statt Macht, Schwäche und Zärtlichkeit statt Kraft und Härte, Verschenken statt Besitzen - und Armut ist mehr als Reichtum.“ So wurden in jener Nacht die ersten Strohsterne auf Erden verschenkt zum Zeichen für eine neue Zeit. Wenn dir ein Mensch einmal einen solchen Stern schenkt, behüte ihn wohl, er wurde aus Liebe geflochten -damals in Bethlehem wie heute -, und sein Stroh ist unendlich mehr wert als alles Gold der Erde.

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und ein frohes neues Jahr wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Schönfeld

Quelle: Kirchenfenster Nr. 40

Gottesdienste

Dez
Mo 24
14:00

Heiligabend

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Dorfkirche Jeserig

Dez
Mo 24
14:00

Heiligabend

Pfr. Dr. Schönfeld

Dorfkirche Reppinichen

Dez
Mo 24
15:30

Heiligabend

Pfr. Dr. Schönfeld

Dorfkirche Schlamau

Dez
Mo 24
15:30

Heiligabend

Pfn. Petermann

Dorfkirche Medewitz

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Mo 24
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Heiligabend

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Wiesenburg

Dez
Mo 24
17:30

Heiligabend

mit Krippenspiel

Dorfkirche Reetz

Dez
Mi 26
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Jan
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