in Brandenburg an der Havel

Orgelprojekt der Klangdimensionen in der St. Katharinenkirche Brandenburg

Vertragsunterzeichnung mit der Orgelbauwerkstatt Alexander Schuke Potsdam

Altes bewahren, Neues schaffen. Unter diesem Motto steht das herausragende Orgelprojekt in der St. Katharinenkirche in Brandenburg (Havel). Neben der umfangreichen Restaurierung der bestehenden Hautorgel im prächtigen Barockgehäuse und der Rückführung des originalen Spieltisches von 1936, ist die klangliche Ergänzung der Orgel ein weiterer Bestandteil des Projektes.

Die Finanzierung wurde durch Förderungen vom brandenburgischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und durch die Bereitstellung eines Eigenanteils der Gemeinde, die hohe Spendenbereitschaft von Privatpersonen und regionalen Unternehmen gesichert.

Im Ausschreibungsverfahren konnte die Orgelbaufirma Alexander Schuke Potsdam mit ihrem Konzept und der langjährigen Erfahrung in den vielfältigen Bereichen des Orgelbaus überzeugen. Mit der Vertragsunterzeichnung beginnen nun die vorbereitenden Arbeiten zur Restaurierung und Erweiterung der Orgel. Erst Anfang Oktober haben die Brüder Michael und Johannes Schuke die Geschäftsführung des Orgelbaubetriebes in 4. Generation vom Vater übernommen.

„Besonders freue ich mich, dass ich meinen Söhnen das Unternehmen mit einem solch herausragenden Orgelprojekt übergeben kann“, sagt der 63-jährige Matthias Schuke.

„Es ist schön zu erleben, dass auch in unserer Region so umfangreiche Orgelprojekte realisiert werden, die den Organisten erweiterte Interpretationsmöglichkeiten im Orgelspiel und den Zuhörern die Wahrnehmung neuer klanglicher Dimensionen ermöglichen“, ergänzt Orgelbaumeister Michael Schuke (29).

Die 1401 geweihte St. Katharinenkirche ist eine der größten und bedeutendsten gotischen Backsteinkirchen Norddeutschlands. Der Orgelbauer Joachim Wagner errichtete 1726 ihre prächtige Orgel. Das barocke Gehäuse zählt zu den schönsten in ganz Deutschland. Seit der klanglichen Umgestaltung vor rund 80 Jahren gehört die Orgel zu den besonders seltenen Zwischenkriegsorgeln. Instrumente dieser Größe gibt es nur noch sehr wenige im Originalzustand. Um den einmaligen klanglichen Charakter zu bewahren, steht das Instrument wie die Kirche unter Denkmalschutz.

Die Sanierung bietet die Gelegenheit, sinfonische Klangvielfalt und damit Zugang zu einem wesentlich breiteren Repertoire zu gewinnen. Denn aktuell besitzt die 2005 um eine Chororgel erweiterte Orgelanlage stilistisch kein eindeutiges Klangbild. Durch die Sanierung und sinfonische Erweiterung können auch romantische sowie moderne angelsächsische und französische Orgelliteratur stilgerecht aufgeführt werden. Zudem entstehen ganz neue und vielfältige Möglichkeiten des Zusammenspiels, etwa mit Orchestern oder mit mehreren Organisten.

Durch die neuen Spieltische können so erstmals von der Sängerempore aus der Chor oder ein kleines Orchester begleitet werden. Der fahrbare Spieltisch kann überall in der Kirche positioniert werden. So sieht das Publikum den Organisten. Das Live-Erlebnis wird beträchtlich gesteigert. Auch große Sinfonieorchester können mit der Orgel konzertieren.

Die Hauptorgel wird durch ein zusätzliches Orgelwerk ergänzt: Das sogenannte Auxiliar wird, von unten nahezu unsichtbar, auf der Empore unter dem barocken Orgelgehäuse untergebracht. Es wird typisch romantische Klangfarben erhalten, die den bestehenden Instrumenten bisher fehlen. Durch die zusätzlichen 25 Register gewinnt die Orgel ein sinfonisches Klangbild.

„Wir sind dem Land Brandenburg, insbesondere dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sehr dankbar für die großzügige finanzielle Unterstützung und freuen uns, dass Ministerin Dr. Martina Münch uns heute den Zuwendungsbescheid überreicht“, sagt Kirchenmusikdirektor Fred Litwinski, der als Kantor an der St. Katharinenkirche arbeitet. „Damit leistet das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur einen großen Beitrag zur Erhaltung dieser sehr besonderen Zwischenkriegsorgel und ermöglicht der St. Katharinenkirchengemeinde dieses Denkmal zu erweitern und ein neues Klangerlebnis zu schaffen. Mit der Orgelbaufirma Alexander Schuke Potsdam haben wir den richtigen Partner für die Umsetzung dieses in Ostdeutschland einzigartigen Projektes gefunden“.

Die sinfonische Orgelanlage wird nahezu einzigartig in der deutschen Orgellandschaft sein: Sie verleiht dem Standort Brandenburg musikalisch wie auch für die Ausbildung von Kirchenmusikern eine Sonderstellung. Auch das Zusammenspiel der beiden Orgeln mit der neuen Orgelerweiterung, dem Auxiliar, ist eine bahnbrechende, den Denkmalcharakter wahrende Innovation – es ist in dieser Form bisher weder in den ostdeutschen Bundesländern noch in der Hauptstadt Berlin möglich.

Kirchenmusik 2018

Liebe Konzertbesucherin, lieber Konzertbesucher,

Brandenburg an der Havel hat schöne Kirchen und wir sind auch ein wenig stolz darauf, dass es im Land Brandenburg nirgendwo sonst so viele große gotische Kirchen gibt.

Und wir füllen sie mit Musik! Im folgenden Jahresprogramm finden sie alle kirchenmusikalischen Veranstaltungen der Brandenburger Stadtkirchen und des Brandenburger Domes. In gewohnter Weise reicht unser angebotenes Konzertspektrum weit: Sie finden Kammermusiken, ein Kindermusical, oratorische Aufführungen und natürlich Orgelmusik!Für die St. Katharinenkirche gibt es in diesem Jahr einige Besonderheiten.

Wir haben ein sehr großes Orgelprojekt vor. Deshalb gibt es die gewohnten Sonntagskonzerte im Juli und August 2018 nicht. Vielmehr werden mehrere Benefizkonzerte für dieses Orgelbauprojekt stattfinden. Im Juli, August und September finden tägliche Orgelmusiken um 12.00 Uhr statt.

Wir freuen uns darauf, Sie bei den Konzerten zu begrüßen!

Suhyun Lim, Marcell Fladerer-Armbrecht, Caspar Weinund Fred Litwinski

Die gesamte Programmübersicht als Download

Altes bewahren, Neues schaffen

Freundeskreis Orgelprojekt gründet sich  

Am 26.6. fanden sich auf Einladung des Kantors Fred Litwinski 30 Personen im Gemeindesaal der St. Katharinen-Kirchengemeinde zu einem ersten Treffen des Freundeskreises Orgelprojekt St. Katharinen zusammen. Mit ansteckender Begeisterung stellte Fred Litwinski gemeinsam mit dem Orgelsachverständigen des Evangelischen Kirchenkreises Mittelmark-Brandenburg, Winfried Kuntz, das Projekt vor.

Es geht um die Instandhaltung und Erweiterung der Orgel der St. Katharinen-Kirche in Brandenburg a. d. Havel. Die Orgelanlage muss dringend saniert werden. Das bietet die Gelegenheit, durch eine Registererweiterung und einen neuen, fahrbaren Spieltisch das Klangerlebnis einzigartig zu verbessern.

Die St. Katharinen-Kirche gehört zu den größten und bedeutendsten gotischen Backsteinkirchen Norddeutschlands. Ihre Orgel wurde 1726 vom berühmten Orgelbauer Joachim Wagner errichtet. Das barocke Gehäuse der Orgel ist bis heute erhalten und begeistert die Kirchenbesucher. Die Orgel selbst unterlag jedoch im Laufe der Geschichte einigen klanglichen Umgestaltungen, die häufig dem jeweiligen zeitgenössischen Musikgeschmack geschuldet waren.

Die anstehende Sanierung bietet die Gelegenheit, eine sinfonische Klangvielfalt zu ermöglichen und damit auch das Repertoire der mit den Orgeln zu spielenden Musik zu erweitern. Schon jetzt sind die sommerlichen Orgelkonzerte in St. Katharinen Anziehungspunkt für Musikliebhaber aus nah und fern. Durch die vorgeschlagene Erweiterung könnte auch romantische sowie moderne angelsächsische und französische Orgelmusik stilgerecht aufgeführt werden. Ein fahrbarer Spieltisch, der im Kirchenraum stehen würde, böte die Möglichkeit, mit mehreren Organisten oder auch mit einem Orchester gemeinsam zu spielen. Dabei blieben die vorhandenen Spieltische an den Orgeln erhalten, aber der neue fahrbare Spieltisch ermöglicht mehr musikalische Vielfalt und bietet gleichzeitig dem Publikum die Möglichkeit, den sonst weit entfernt an der Orgel sitzenden Organisten direkt und unmittelbar beim Orgelspiel zu erleben.

Im Anschluss an die Vorstellung des Projektes entspann sich eine lebhafte Diskussion zu den Möglichkeiten, dieses ambitionierte Vorhaben zu unterstützen. Neben Eigenmitteln und einzuwerbenden Fördergeldern wird auch private Unterstützung benötigt. Es wurde ein bereits realisierter Aufsteller für die St. Katharinen-Kirche vorgestellt. Dieser soll in der Kirche stehen und die Besucher über das Projekt informieren. Ebenso gibt es Flyer, die vom Freundeskreis nun an weitere mögliche Unterstützerinnen und Unterstützer verteilt werden. Intensiv wurden weitere Ideen zur Öffentlichkeitsarbeit diskutiert. Bereits jetzt unterstützen prominente Persönlichkeiten das Projekt und es sind für 2018 schon mehrere Benefizkonzerte zugesagt.

Prominente Unterstützer des Vorhabens sind die Oberbürgermeisterin der Stadt Frau Dr. Tiemann, Kreuzkantor Roderich Kreile, der Organist Prof. Matthias Eisenberg und der weltbekannte Trompeter Prof. Ludwig Güttler. Für das Gesamtvorhaben wird eine Summe von 650 000 € benötigt.

Der Freundeskreis stellt sich einer ambitionierten Herausforderung. Das Projekt bringt nicht nur für die St. Katharinen-Kirche sondern auch für die Stadt Brandenburg ein neues hochattraktives Klangerlebnis. Daher soll es intensiv in der Bevölkerung bekannt gemacht werden, um zu einem Projekt aller zu werden.

Freundeskreis Orgelprojekt ⋅ St. Katharinen Brandenburg ⋅ Dr. Beatrix Wuntke 

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