cafe contact / Sozialdiakonische Arbeit

Das „cafe contact“ ist eine sozialdiakonische Einrichtung des Kirchenkreises, welche insbesondere Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf ihrem Lebensweg vielfältige Hilfe, Bildung und Freizeitbeschäftigung anbietet. Das Haus hat in der Stadt Brandenburg schon eine sehr lange Tradition. Wer mehr wissen möchte, kann die Details auf der eigenen Darstellung durch "cafe contact" auf der Hompage nachlesen.

Das Haus steht auf der Dominsel in Brandenburg an der Havel und ist außer Samstag an allen Tagen ab 15:00 Uhr geöffnet (auch an Feiertagen). Immer sind sozialpädagogische Mitarbeiter/innen vor Ort. Jede/r ist herzlich willkommen.

„Fam“ für Familie heißt die Whatsapp-Gruppe in der sich 34 junge Besucher des „Café Contact“ auf dem Dom für den Nachmittag im Klubhaus verabreden oder Ausgehpläne fürs Wochenende schmieden.

Dazu gehören auch Dominik Blohm (18) und sein Freund Florian Kirchner (17), die fast täglich im Jugendhauseinkehren. „Man lernt neue Leute kennen und hat hier seine zweite Familie“, findet Dominik. Er sei sehr zufrieden mit dem Angebot und kommt mit den Mitarbeitern aus.

Seit einigen Jahren gehört Sozialarbeiterin Sabine Gallien zum derzeit fünfköpfigen Team im Haus. „Momentan sind Tischtennis und der Kickertisch der Renner“, erzählt sie. Ihre tägliche Arbeit schließt nicht nur das Angebot der Betreuung ein,sondern auch Konflikt- und Problemlösung sowie die Vermittlung weiterführender Hilfsangebote und langjährige Begleitung der jungen Menschen. Es gibt feste Freizeitangebote,genauso wie spontane Tagesplanung. Zu ersteren gehört zum Beispiel zweimal die Woche ein gemeinsames Frühstück.

Dies nutzt zum Brandenburgerin Angelika Strahberger. Sie kommt seit zirka zwei Jahren mit ihren elf und sieben Jahre alten Kindern hierher. „Hier trifft man auf nette Mitarbeiter, die immer ein offenes Ohr haben“, findet die 38-Jährige, die sich gerne mal einen Rat holt.

Petra Singer ist eine der Konstanten im Mitarbeiterstamm. „Als ich hier angefangen habe, gab es eine feste Gruppe, die sich hier über eine lange Zeit hinweg getroffen hat. Heute wechselt das Publikum etwa alle zwei Jahre. Das hat sich also sehr verändert."

Als Leiter und Sozialdiakon Raymund Menzel 1991 seinen Job antrat, lag eine spannende Pionierzeit vor ihm. Aus einem Anlaufpunkt für DDR-Randgruppen wie Homosexuelle,politische Oppositionelle oder ehemalige Häftlinge, die die ersten Leiter des „Café Contact“, Kuno Pagel (gest. 2016) und Bertram Althausen, dort begrüßten,wurde nach der Wende plötzlich ein Partner des Staates. „Das Haus von 1553 war allerdings baulich eine Katastrophe“,erinnerte sich Menzel. Ein Sanierungsprojekt mit arbeitslosen jungen Männern und Baufirmen, dessen Lehrmeister sie gleichzeitig in Theorie und Praxis unterrichteten,machte aus dem baufälligen Treffpunkt ein gemütliches Domizil.Werkstatt, Tanzsaal, Musikraum und kleine Rückzugsmöglichkeiten für die jungen Gäste bieten inzwischen vielfältige Unterhaltungsmöglichkeiten. Und das 2018 bereits seit 30 Jahren.

Das Brainstorming für die Feierlichkeiten läuft. Es soll ein Fest für die Menschen werden und kein Schaulaufen der örtlichen Prominenz. Einer der Höhepunkte am 30. September ist die Versteigerung des 25 Jahre alten Mifa-Dienstfahrrades. Und ein neues Gefährt wird Einzug im Klub-Alltag halten. „Wir haben uns über einen Zeitraum von 17 Jahren etwas angespart“, erzählt Menzel. Davon wird ein neuer Dienstbus angeschafft. Dieser soll auch für die traditionellen Freizeitfahrten genutzt werden. Die ganz großen Wünsche gibt es jedoch nicht, denn über die Jahre konnten viele Dinge, wie zum Beispiel eine Leinwand im Tanzsaal, angeschafft werden. Nicht zuletzt dank großzügiger Spender.

Jugendarbeit hat sich stark gewandelt. Ganztagsschulen und stadtteilübergreifende Projektarbeit veränderten auch die Bedeutung von Jugendhäusern. „Man muss sich den Mut bewahren, immer wieder etwas Neues auszuprobieren“, findet Menzel. „Was gestern bei den Besuchern der Brüller war, ist morgen durchgefallen.“ Auch deswegen gibt es für ihn persönlich keinen Job, der ihm mehr Spaß machen würde.

Quelle: Stadtmagazin BRB 01|2018 ⋅ Text: Natalie Preißler ⋅ Fotos: Rüdiger Böhme, Natalie Preißler, privat