Projekte

Losgehen und Ankommen

Menschen in Brandenburg an der Havel und Umgebung zwischen 1945 und 2015

Kein Staat, kein Land auf dieser Welt würde ohne Migration in seiner heutigen Form existieren. Mehr als 14 Millionen deutsche Kriegsflüchtlinge und Vertriebene gab es 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland, zwei Drittel von Ihnen kamen aus den ehemaligen Ostgebieten, darunter Posen, Nordböhmen, Schlesien und Galizien. Was Flucht und Ankunft in einem fremden Land bedeuten, konnten wir 2015 hierzulande selbst sehen. Niemand verlässt seine Heimat, Familie, seine vertraute Umgebung ohne Grund. Mit dem Verlust der vertrauten Umwelt und der Aufgabe kultureller Bindungen verbinden die Flüchtlinge von 2015 die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

So unterschiedlich die persönlichen Geschichten der zehn Porträtierten sind, so verschieden sind auch ihre Wege, wie sie nach Brandenburg an der Havel und hierherkamen. Sechs Flüchtlinge von 1945 und 2015 kommen zu Wort. Vier weitere Interviews mit einer Familie wolgadeutscher Aussiedler, einem vietnamesischen Facharbeiter, einer Schwäbin und einer Uckermärkerin, die nach 1989 nach Brandenburg kamen. Alle haben eines gemeinsam: Sie berichten, wie sie es geschafft haben, hier Fuß zu fassen, wo sie gescheitert sind und wo sie Erfolg hatten. In den Antworten finden sich Parallelen zu der Frage, wie das Ankommen und die Integration 1945, nach 1989 und 2015 möglich war und ist. 

Die Open Air Ausstellung „Losgehen und Ankommen - Menschen in Brandenburg an der Havel und Umgebung zwischen 1945 und 2015“ ermöglicht Austausch und Begegnung und weckt ein generationenübergreifendes Interesse am Thema Migration und Ankommen. So erhalten Flüchtlinge ein Gesicht, und anhand ihrer persönlichen Geschichten bekommen die Betrachter*innen die Möglichkeit, sich ein differenziertes Urteil zu bilden. Neben der Ausstellung ist ein Rahmenprogramm mit Film, Lesungen, Musik und Diskussionen zum Thema geplant. Nach der Eröffnung auf der Dominsel soll die Ausstellungmultimedial in den Gemeinden rund um Brandenburg an der Havel gezeigt werden und zu Diskussionen und Austausch anregen.

Das Ausstellungsprojekt der Evangelischen Kirchengemeindender Region Brandenburg im Evangelischen Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg ist in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk e. V./ Flüchtlingsnetzwerkkoordination Brandenburg an der Havel, dem Förderverein Akademie 2. Lebenshälfte im Land Brandenburg e. V. und synopsisfilm entstanden. Dank der großzügigen Förderung aus Mitteln der Integrationspauschale der Stadt Brandenburg an der Havel ist dieses Projekt überhaupt erst in dieser Breite und Form möglich gewesen.